Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt…

Seit einer Woche sind wir nun auf unseren Motorrädern unterwegs – auf dem Weg ins ferne Indien.  Annähernd 15.000 km liegen vor uns…

Durch Tschechien, Österreich, Slovenien hindurch – teils mit kräftigem Seitenwind und Temperaturen um den Gefrierpunkt wurden wir und unsere Motorräder bereits ordentlich gefordert. 

Heute nun machen wir eine Pause und verweilen in Split an der kroatischen Mittelmeerküste. Erstmals bei milden 15 Grad geniessen wir einfach Inne zu halten…

Wer uns begleiten möchte auf unserem Weg hat hier die Möglichkeit dazu. Was wollen wir mit Euch teilen, was ist uns wichtig auf diesem Weg? Mit Sicherheit keine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten!

Die Begegnung mit den Menschen vor Ort, lustige wie auch andere Momente die uns bewegen. Momente die uns den Atem rauben oder die uns die Tränen vor Lachen in die Augen treiben.

Lächeln verbindet – und wir wollen in Verbindung gehen! Allein das ist unser Ziel. Ein anderes Ziel gibt es nicht. Und ob wir jemals in Indien ankommen werden? „We will see..“ ist unsere Antwort auf diese Frage.

Unser erster Stop genau vor einer Woche nach Leipzig war Torgau. Nur 50 km entfernt meinten wir erst einmal durchatmen zu müssen. Der Abschied von meinen Jungs am Morgen bewegte mich sehr.

Verlassen lag der Torgauer Marktplatz am Feiertag vor uns. Einzig ein Reisebus voller Rentner stieg bei diesem Nieselwetter aus. Sogleich weckten unsere vollbepackten Motorräder ihr Interesse – vor allem das der Männer. Auf ihre Frage wo wir denn hin wollen – sooo schwer beladen – rissen sie ihre Augen auf, als sie INDIEN hörten. Was??? – war ihre erstaunte Frage – und da seid ihr erst bis hierher gekommen??

Das war das erste Mal, dass Rudolf und ich in schallendes Gelächter ausbrachen. Es fühlte sich gut an herzlich gemeinsam zu lachen.

Meiner Mutter schrieb ich freudig per WhatsApp, dass wir nun bereits 50 km geschafft haben – UND das Ganze nur noch 300 Mal wiederholen müssten bis Indien.

Na bitte – geht doch!

In Prag lernten wir von Ulrich und Sara die Vorteile von Kaffeeeinläufen kennen – theoretisch (vor der praktischen Umsetzung hatte ich zuviel Angst..)

und in Linz schliefen wir bei einem jungen Iraner namens Reza zum ersten Mal als Couchsurfer. Er selbst schlief im selben Zimmer auf seiner Matratze. Was uns sehr wunderte, dass er bei gefühlten 40 Grad im überheizten kleinen WG Zimmer in voller Strassenbekleidung (Jeans+ Pullover) unter einer Daunendecke schlief!

Allein das zu sehen liess uns schwitzen. Da kamen schon erste Hamam- Gefühle auf.

Auf Österreichs Autobahnen konnten wir uns dann wieder abkühlen und fuhren bei 0 Grad durch die Steiermark.

Durchgeschüttelt vom gefürchteten Seitenwind auf der wunderschönen und kurvenreichen Küstenstraße von Senj bis Zadar und zermürbt vom Regen suchten wir in allen möglichen Gassen nach einem wärmenden Kaffee. Leerstehende Ferienbunker und verrammelte Hoteltüren zeugten von dem Trubel, der hier im Sommer herrscht. Jetzt nur Geisterstädte. Eine Bretterbude an der Hauptstraße war unsere Rettung. Schon nach wenigen Minuten füllte sich die Zufluchtsstätte mit den Chefs des Orts. Kaffeechef, Mechanikerchef und so weiter.

Deutsch ist hier zweite Sprache und fast jeder hat sein Glück schonmal in unserer Heimat gesucht. Der Kaffee war köstlich und die dazu gereichten Slibowitze konnten wir erfolgreich abwehren. Wir haben viel gelacht und es fiel uns schwer trotz des Zigarettenqualms diese herzliche Atmosphäre wieder gegen die regennasse Strasse einzutauschen.

Resümee nach einer Woche auf den Mopeds…? Wir haben das Mittelmeer erreicht bevor die Strassen in Europa verschneit sind. Das tägliche Packen der Motorräder klappt immer besser. Es fühlt sich an, wie seine Pferde zu satteln und ihnen dabei gut zu zu reden.

Jeder Handgriff wird bewusst und zentriert gemacht – gleicht gar einer Meditation.

Es ist schön unterwegs zu sein…